Zeitungsartikel die viel Informationen enthalten und lesenswert sind

 

"Kampfhunde" - Beste Kumpels                             Hund | 16.05.08 | 20:58 Uhr

Kinder und Hunde - wahre Dreamteams

Nicht umsonst werden die in Deutschland als „Kampfhunde“ verschrieenen Rassen in Grossbritannien als nursedogs und nannydogs bezeichnet. Für mich steht ausser Frage, dass das Aufwachsen mit Hundern für Kinder eine besondere Bereicherung für die Entwicklung ist.

Für Hunde allgemein haben Kinder Welpenstatus. Das bedeutet, gute Sozialisation und keine schlechte Erfahrung vorausgesetzt, das auch Menschenkinder ähnliche Narrenfreiheit geniessen, wie Hundejunge während des Heranwachsens.
Gerade Hunde, die wie Rottweiler oder Molosser aufgrund ihrer Herkunft über einen ausgeprägten Schutzinstinkt verfügen, übernehmen selbständig die Verantwortung für Kinder.
Geschichten über Hunde, die das Kind ihres „Rudels“ unter dem Kinderwagen liegend bewachen und niemanden ausser dem Rudelführer heranlassen, sind Klassiker.

Ich habe erlebt, dass so ein Riesenhund, Kinder im Laufenlern-Alter aufmerksam beobachtete und, wenn sie seiner Meinung nach zu nah ans Wasser kamen, überaus vorsichtig mit der Schnauze am T-Shirt packte und in eine andere Richtung dirigierte oder sich ihnen in den Weg legte, wenn sie sich dem Lagerfeuer näherten. Dieser Hund hat es sich geduldig gefallen lassen, dass die Kinder ihm im Maul rumbohrten bis er anfing zu würgen.

Aber neben der Verantwortung, die Halter für ihren Hund haben, haben auch Eltern die Verantwortung, ihre Kinder zu einem respektvollen Umgang mit Hunden, besonders unbekannten, anzuhalten. Es sollte selbstverständlich sein, sich beim Halter zu erkundigen, ob der Hund angefasst werden darf.
Es ist noch nicht so lange her, als ein etwa Zweijähriger auf Emma, meine CaneCorso-Hündin, zustolperte, sie rechts und links an den Ohren packte und ihr einen lauten Kuss auf die dicke schwarze Nase schmatzte, während der zugehörige Papa mir versicherte, der Kleine sei Hunde gewöhnt...

Aber auch Kinder, die gemeinsam mit Hunden in der Familie leben, müssen die Sprache der Tiere erlernen und akzeptieren. Ein Grummeln des Hundes ist keineswegs bösartig gemeint oder als Aggression zu deuten, sondern lediglich die Mitteilung, dass er in seiner Ruhe nicht gestört werden will, wie er es auch mit seinen eigenen Jungen machen würde.

Das hauseigene Menschenkind hatte über Wochen kleine blaue Flecken am Hintern, weil Xena, meine Rotti-Hündin, ihn gezwickt hatte, nachdem er sämtliche Warnungen wie Grummeln und mehrfaches Platzwechsel von ihr ignorierte – und das habe ich nicht der Hündin verübelt.
Allerdings waren das „familieninterne“ Auseinandersetzungen; es spricht für die enge Bindung, die das Rotti-Mädchen zu mir hatte, dass sie sich bei fremden Kindern an mich wandte, wenn ihr das Toben und Belagern zu viel wurde und es war meine Aufgabe, den Kindern und deren Eltern klarzumachen, dass sie ein Recht darauf hat, in Ruhe gelassen zu werden.

Man muss sich darüber im Klaren sein, dass Hunde „ihre“ Familie als ihr Rudel betrachten, das es zu schützen gilt, was eher für eine positive Prägung denn als besondere Aggressionsbereitschaft zu bewerten ist.
Gerade wilde Raufereien können Hunde nicht einschätzen!
Sie können nicht beurteilen, ob schrille Schreie aus Spass entstehen oder ob eine Bedrohung ihres „Welpen“ vorliegt. Mein Rotti-Weib hat ihre Besorgnis in solchen Situationen mit lautem aufgeregtem Bellen mitgeteilt und auch zugeschnappt, wenn der vermeintliche Angreifer nicht abliess: eine unmissverständliche Warnung wozu sie bereit wäre.
An dieser Stelle möchte ich noch anmerken, da die Medien gerne umfassend gerade über die Folgen blutrünstiger Rottweiler-Angriffe berichten, dass keinerlei Spuren dieser „Attacken“ sichtbar waren
Aber auch hier ist es selbstverständlich die Verantwortung des Halters, einzugreifen und oberstes Gebot muss sein, Hunde NIEMALS mit fremden Kindern unbeaufsichtigt zu lassen.

Man muss sich über die Rangfolge des Rudels aus Sicht des Hundes klarsein, wenn man mit Kindern und Hunden zusammenlebt.
Der Hund akzeptiert, dass er eine untergeordnete Stellung einnimmt, aber betrachtet Kinder als Welpen, die seinen besonderen Schutz geniessen, aber ihm gegenüber keine Befehlsgewalt haben. Gutmütigerweise wird er auf das Spiel der Kinder eingehen und deren Kommandos befolgen, aber er wird sie nicht als Rudelführer anerkennen.
Daher:
HUNDEERZIEHUNG GEHÖRT NICHT IN KINDERHAND!!!

Nachwievor finde ich es unverantwortlich, wenn ich sehe, dass Kinder Hunde ausführen, die sie körperlich nicht beherrschen können.

Ein weiterer Punkt, über dem man sich im Klaren sein muss, ist, dass das Tier mit Heranwachsen des Kindes die Rangfolge, wie sie aus Sicht des Hundes besteht, neu ordnen will.
Es sieht die Kinder nicht mehr als schützenswürdige Welpen, sondern als Rivalen, die ihnen im Rudel den vermeintlich höheren Rang streitig machen.
Um hier bereits im Vorfeld Machtkämpfe zu vermeiden, kann man mit einfachen Tricks arbeiten, die sich aus dem Verhalten der Hunde im Rudel unter ihresgleichen ergeben:
Wer das Futter verteilt, hat etwas zu sagen!
Wenn also das Kind teilweise die Fütterung des Hundes übernimmt, signalisiert es gleichzeitig seine höhere Stellung im Rudel.

Kinder und Hunde können die besten Freunde sein – aber auch Kinder müssen den Umgang mit Hunden erlernen, müssen lernen, den Tieren mit Respekt zu begegnen und ihre Eigenheiten zu berücksichtigen.
Gerade Rottweiler und Molosser sind von Natur aus besonders kinderlieb und übernehmen „ihren“ Kindern gegenüber gerne Verantwortung – solange sie keine negativen Erfahrungen mit ihnen machen.

Hunde gehören zu unserem Lebensraum!
Daher bin ich der Meinung, das Kinder den Umgang mit Hunden erlernen sollten, so wie sie auch das Verhalten im Strassenverkehr erlernen müssen.

 

 

ZUM BERICHT "GERICHT KIPPT STEUER FÜR KAMPFHUND", 13. Mai 2008
Couragierte Hundehalterin gegen Kampfhundehysterie

Es ist sehr begrüßenswert, dass sich eine couragierte Hundehalterin erfolgreich gegen die seit dem Jahr 2000 grassierende Kampfhundehysterie zur Wehr gesetzt hat. Der zuständige Richter beim Verwaltungsgericht Sigmaringen hat dem Unsinn der Landesverordnung über das Halten gefährlicher Hunde mit seinem Urteil einen entscheidenden Dämpfer versetzt.

Alle so genannten Kampfhundeverordnungen der Länder waren und sind mit heißer Nadel gestrickte populistische Maßnahmen, an die sich manche Gemeinden mit ihren maßlos überhöhten Kampfhundesteuern anhängen.
 


Bei Abwesenheit jeglichen Sachverstandes wurde in diesen Fällen dem Druck der veröffentlichten Meinung nachgegeben, hatte doch die allseits bekannte Zeitung mit den großen Buchstaben eine wahre Pogromstimmung gegen bestimmte Hunde und ihre Halter erzeugt, etwa mit der Schlagzeile "Tötet diese Bestien!"

Die von vielen namhaften Kynologen immer wieder betonte Tatsache, dass es nur Individuen mit gesteigerter Aggressivität gibt, diese aber auf gar keinen Fall ganzen Rassen pauschal unterstellt werden kann, wurde nicht zur Kenntnis genommen.

So gesehen ist das Wort Kampfhund ein Unwort reinsten Wassers. Es gibt keine Kampfhunde, sondern allenfalls Kampfmenschen, die ihre Hunde zu Waffen umfunktionieren. Und das ist mit Hunden jeder Rasse möglich.

Ist schon einmal jemand auf die Idee gekommen, eine Kampfautosteuer zu kassieren, nur weil einzelne Menschen ihre Fahrzeuge wie Waffen einsetzen? Der Unverstand und die Vorurteile sitzen sehr tief. Die Steuerunterlagen meiner Hunde zum Beispiel (Bullmastiffs) werden bei der Stadt Blaubeuren in einem Ordner mit der Aufschrift "Kampfhunde" abgeheftet, womit die Hunde sozusagen vorbeugend stigmatisiert werden, weil die Stadt keine Kampfhundesteuer erhebt und die Rasse Bullmastiff in der Landesverordnung unter "Kategorie 2" geführt wird. Dort sind Rassen gelistet, denen das Etikett "Kampfhund" erst dann aufgeklebt wird, wenn "Anhaltspunkte" für eine gesteigerte Aggressivität vorliegen.

Höchste Zeit, dass die Landesverordnung per richterlicher Entscheidung dorthin befördert wird, wo sie von Anfang an hingehört hat: In den Papierkorb.

Dr. Jörg Ulrich, Blaubeuren, zweiter Vorsitzender des Club für Molosser Deutschland e.V.


 


 

„Kampfhunde“- Die Story von Smitty*                Hund | 21.05.08 | 18:34 Uhr

Nur eine von vielen…
Traurig, aber wahr!

Smitty war acht Wochen alt, als Ralf* ihn bei einem anerkannten Züchter abholte und mit nach Hause nahm: ein kleiner wuseliger schwarzer American Staffordshire Terrier.

Kurz zuvor war Ralfs Tochter geboren worden und so zog er mit Menschenbaby und Hundekind von Krabbelgruppe zu Welpenspielstunde, während seine Frau den Lebensunterhalt für die Familie verdiente.

Smitty entwickelte sich prächtig!

Als die zweite Tochter zur Welt kam, war Smitty genauso begeistert wie der Rest der Familie.
Gut erzogen wie er war, begleitete er Ralf, wenn er die „Grosse“ in den Kindergarten brachte und abholte und trainierte voll Freude für die Begleithundeprüfung – das Baby im Kinderwagen immer dabei.
Die Prüfung absolvierte Smitty souverän und bestand sie mit grossem Erfolg.

Alles war gut!
Smitty war ein fröhlicher und lebhafter junger Hund, der seine Familie liebte – und sie ihn.
Er genoss die langen Spaziergänge durch Wälder und Felder, tobte mit seinen vierbeinigen Kumpels über Wiesen, spielte zu Hause liebevoll und rücksichtsvoll mit den kleinen Mädchen und schmuste ausgiebig mit seinen Menschen und anderen Tieren.

Bis sich an einem Sommertag im Jahr 2000 alles änderte…
In NRW trat die Landeshundeverordnung in Kraft und plötzlich galt Smitty als „gefährlicher Hund“ – weil er ein Staff war!

Jetzt durfte der das Haus nur noch verlassen, wenn er einen Maulkorb trug und angeleint war. Die Gemeinde, in der Ralfs Familie lebte, erhöhte die Hundesteuer für Smittys Rasse um den zwanzigfachen Satz.
Das Kreisveterinäramt kontrollierte, ob er artgerecht gehalten wurde und bemängelte den zu niedrigen Zaun, hinter dem er im Garten mit seinen Kindern spielte.
Nachbarn informierten nun regelmässig das Ordnungsamt, wenn Smitty durch den Zaun vorbeikommende Passanten anbellte und Ralf musste den Garten nach Giftködern absuchen, bevor die Kinder oder Smitty ihn betreten konnten – mehrmals wurde er fündig…

Ralf beantragte eine Maulkorb- und Leinenbefreiung bei der zuständigen Behörde.
Smitty wurde zum Wesenstest geladen, die erfolgreich bestandene Begleithundeprüfung wurde nicht anerkannt.
An einem kalten nassen Novembertag wurde die Prüfung mit mehreren geladenen Hunden absolviert. Wer ohne Maulkorb erschien, galt als durchgefallen; letztlich blieben etwa zwanzig Hunde übrig, unter ihnen Smitty.

Zweieinhalbstunden liess der Prüfer ihn in strömenden eisigen Regen absitzen.
Smitty schlotterte am ganzen Körper und jaulte ganze Arien – aber er sass!
Und wurde von der Maulkorbpflicht befreit.
Um auch von der Leinenpflicht befreit zu werden, hätte Smitty direkt im Anschluss einen Parcour ablaufen müssen, den er normalerweise wie in seiner Begleithundprüfung souverän absolviert hätte.

Aber unter den Umständen, denen Smitty körperlich und nervlich bereits seit Stunden ausgesetzt war, verzichtete Ralf darauf, aus Angst, der sonst so freundliche Hund könne die Nerven verlieren…
Die Konsequenz wäre eine sofortige Beschlagnahme des Tiers gewesen, so erhielt Ralf nur eine eingeschränkte Haltererlaubnis, die jährlich zu erneuern war – selbstverständlich gegen die entsprechenden Gebühren.

Ralf reichte Klage ein, schrieb Petitionen an den Landtag, wandte sich um Unterstützung an Tierschutzorganisationen und –verbände.

Doch das Klima wurde noch rauer.
Smitty, der fröhliche lebhafte, guterzogene Staff durfte nur noch an der Leine spazieren gehen – toben ausgeschlossen.
Hundebesitzer, die Ralf und Smitty aus besseren Zeiten kannten, wechselten mit ihren Hunden die Strassenseite, wenn sie ihnen begegneten.

Schlimm wurde es für die Kinder.
Freunde durften nicht mehr zum Spielen kommen, sie wurden nicht mehr eingeladen.
Wie hätte Ralf den Mädchen erklären können, dass der Grund bei Smitty lag?
Ihrem geliebten vierbeinigen Freund, der einfach die falsche Farbe hatte und zur falschen Rasse gehörte…

Auch die Beziehung zwischen Ralf und seiner Frau kriselte.
Natürlich hing auch sie an dem Hund, aber die finanzielle Belastung, die plötzlich durch ihn entstand, liess sich nicht leugnen: die enorme Hundesteuer, der erhöhte Haftpflichtversicherungsbetrag, die behördlichen Genehmigungen und Gutachten, sowie die hohen Prozesskosten, mit denen Ralf versuchte, einzuklagen, was einmal sein Recht gewesen war – verantwortungsvoll einen Familienhund zu halten, der zu keiner Zeit auffällig gegen Tier oder Mensch geworden war.

Die Familie konnten sich Smitty nicht mehr leisten!
Aber was war zu tun?
Ihn abgeben?
Wer würde die Auflagen erfüllen können, ihn aufnehmen und ihm ein Leben bieten, wie Ralf es sich für ihn vorstellte?
Tierschutzorganisationen, an die er sich wandte, machten ihm keine Hoffnung…

Ins Tierheim?
Der fröhliche ausgelassene Smitty, der nichts lieber tat als spielen und zu kuscheln, tagein tagaus in einem Zwinger ohne Kontakt zu Menschen?
Zudem waren die Tierheime ohnehin schon überfüllt und planten Massentötungen, weil sie die Hunde nicht versorgen konnten und keine Chance auf Vermittlung bestand, schon gar nicht, wenn sie schwarz waren, wie Smitty…

Dann würde Ralf ihn eher selbst auf seinem letzten Gang begleiten!
Es dauerte, bis er einen Tierarzt fand, der sich bereit erklärte, den gesunden Hund einzuschläfern, obwohl alle, die er konsultierte sein Ansinnen verstehen konnten.

Auf seiner letzten Fahrt legte Smitty Ralf von der Rückbank aus die Pfote auf die Schulter, als wollte er ihn aufmuntern;
das letzte, was er hörte, war Ralfs Stimme…

Smitty starb 2002, er wurde acht Jahre alt!
*Namen mit Rücksicht auf die Familie geändert

 

 


 

Kampfhunde“- Familienleben mit Kingsize-Köter                          Hund | 14.05.08 | 19:26 Uhr

von streetfightingwoman| nowhere | 266 mal gelesen

Kampfkuscheln als Pflichtprogramm

In den letzten beiden Beiträgen habe ich versucht, die Hintergründe zu verdeutlichen, woraus überhaupt das Bedürfnis entstand, grosse Hunde wie Rottis oder Molosser mit dieser Art Wesen und Charakter zu züchten. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese Hunde über ein freundliches und ausgeglichenes Wesen mit eher gemütlicher Grundstimmung, Marke lebendes Sofakissen, verfügen. Allerdings haben sie, das lässt sich nicht leugnen, einen ausgeprägten Wach- und Schutzinstinkt, den es in die richtigen Bahnen zu lenken gilt, jedoch keine erhöhte Aggressionsbereitschaft!

Um aus dieser Grundsubstanz das Beste herauszuholen ist der Halter gefordert. Er hat es in der Hand, aus diesen Tieren tolle und anhängliche Familienhunde zu machen – oder eben das Gegenteil…
Daher wird gerade in der verantwortungsvollen Vermittlung, sei es Züchter oder im Tierschutz, Erfahrung gefordert. Meiner Ansicht nach bedeutet dies auch ein umfassendes Hintergrundwissen zu Herkunft und Verwendung gerade dieser Rassen, aber auch zu Verhalten, Körpersprache und auch psychologischen Aspekten von Hunden allgemein, wobei aber auch jeder Hund eine eigene Persönlichkeit hat.
Meine Kenntnisse und Erfahrungen beruhen auf dem achteinhalbjährigen Zusammenleben mit einer Rotti-Mix-Hündin (Xena) und seit gut einem Jahr mit einer CaneCorso-Hündin (Emma), die mir immer wieder von anderen Liebhabern und Kennern dieser Rassen bestätigt werden. Ausserdem habe ich meterweise Literatur verschlungen und sonstige Infos eingeholt.

Letztlich ist es aber bei weitem nicht so akademisch, wie es sich vielleicht anhört.
Es gibt einige Grundregeln, die es zu beachten gilt. Die erste und die wichtigste ist die Klärung der Rangordnung, die man dem lieben Tier liebevoll aber bestimmt verdeutlicht und die auch nicht „diskutiert“ wird.
Ich habe mich bei meiner Rotti-Lady, dem ersten Hund, für den ich die Verantwortung hatte (!!!), dabei auch Massnahmen bedient, die ich mir von der Nachbar-Hündin abkuckte, die einen erheblichen Teil der Sozialisierungsarbeit übernommen hat: ich hab mit ihr gerempelt, geknurrt und wenn´s sein musste auch gebissen ;-)

Eine der häufigsten Fragen lautet, ob ein Hund dieser Grösse nicht unheimlich viel Platz benötigt. Meine Antwort ist: NEIN!
Hunde sind aufgeschlossene und interessierte Wesen zumal diese intelligenten Rassen, die genau deshalb als Arbeitstiere eingesetzt wurden. So schön ein eigener Garten für Mensch und Hund auch ist, das kann nicht allein seine Bedürfnisse befriedigen. Sie gehen gern spazieren, erschnüffeln die Umwelt und toben und spielen mit Artgenossen; sie brauchen Sozialkontakte wie Menschen auch, anderenfalls verkümmern sie regelrecht.
Aber Ausdauer ist nicht das Ding von Molossern.
Diesen Hunden tut man keinen Gefallen mit Agility oder einem Marathon (Grüsse an Ben ;-))), das hat mir mein Rotti-Weib immer sehr deutlich gemacht, wenn sie direkt wieder ins Auto eingestiegen ist, wenn ich die Inline-Skater rausholte…

Trotzdem brauchen sie eine Aufgabe, die sie erfüllen können, für die sie Lob und Anerkennung erhalten. Und auch mentales Training ist anstrengend und fordert, gerade bei diesen intelligenten Hunden. Das können die unsinnigsten Sachen sein, wichtig ist, dass es zur Ausgeglichenheit und Selbstsicherheit des Tieres beiträgt. Emma ist inzwischen mehrsprachig und ihr Job ist es, auf Parkplätzen mein Auto wiederzufinden. Macht sie super ;-)

Auch wenn vielleicht ein Aufschrei durch die Leserschaft geht: so viel anders als der Umgang mit einem zweijährigen Kind ist auch der Umgang und die Erziehung eines Hund nicht.
Mit Lob, Anerkennung und positiver Bestätigung lässt sich weitaus mehr erreichen als mit einem „Kasernenhofton“, den besonders oft Männer drauf haben – vielleicht werden deshalb auch oft gerade diese sanften Riesen als typische „Frauenhunde“ empfohlen, sie wollen tatsächlich „besäuselt“ werden… (Ja, wo ist denn meine kleine Zuckerschnecke??? ;-))

Und ähnlich wie bei Kindern kann auch der Sturkopf gut ausgeprägt sein. Daher tut man dem lieben Vierbeiner, und vor allem auch sich selbst, keinen Gefallen, wenn man in der „Eingewöhnungsphase“ etwas nachsichtiger ist.
Hat man dem Tier in einem schwachen Moment einen Platz im Bett eingeräumt, wird es verdammt schwierig, ihm klarzumachen, dass es wirklich, wirklich, wirklich nur eine einmalige Ausnahme war.
Aber so etwas lernt man als Mensch und es fällt dann leicht, konsequent zu sein ;-)

Allerdings haben Rottis und Molosser aufgrund ihrer Historie halt auch ganz typische Verhaltensweisen. Sie sind Wachhund, darauf genetisch programmiert, anzusagen, wenn sich jemand dem Territorium nähert und auch wenn die Stimmlage eher tiefer Bass als nerviges Gekläffe ist, Nachbarn wissen es nicht wirklich zu schätzen.
Aber auch hier kommt man viel weiter, auf diesen Instinkt einzugehen, anstatt zu versuchen, ihn „abzustellen“. Also gibt´s nach dem ersten „Wuff“ ein unaufgeregtes Lob; dadurch bekommt das Tier Bestätigung seinen Job gut erledigt zu haben und gleichzeitig die Mitteilung, dass der „Boss“ wieder Herr der Lage ist.
Meine Beiden haben – zugegebenermassen nach einer Eigewöhnungswoche- nur noch gebellt, wenn bei uns geklingelt wurde oder tatsächlich jemand vor unserer Tür stand. Also kein Stress, wenn jemand im Treppenhaus vorbeiging.
Am Rande sei vermerkt, dass sich aber auch dadurch noch „nette“ Nachbarn belästigt fühlten, vor allem als Einbrecher ihnen die Wohnung ausräumten, während mein Rotti-Mädchen auf dem Nebenbalkon in der Sonne döste, war ja nicht unsere Wohnung… räusper…

Gerade bei diesen charakterstarken Hunden sind es eher die Kleinigkeiten, die über Erfolg oder Misserfolg einer gelungenen Erziehung entscheiden. Man muss wirklich dazu bereit sein, Zeit, Aufmerksamkeit und Geduld zu investieren – alles andere würde ihnen nicht gerecht werden.
Es ist Aufgabe des Rudelführers, ihnen Grenzen zu setzen und sie anzuleiten, dann hat man „Familienmitglieder“ die eine enge Bindung zu ihrem Rudel haben.
Charakterstarke Hunde brauchen charakterfeste Menschen!

Ich weiss auch, dass nicht jeder Hunde mag, obwohl er sie kennt. Das ist okay.
Was aber nicht sein kann, ist Hunde abzulehnen, sie zu stigmatisieren, ohne überhaupt zu wissen, wovon die Rede ist.
Auch Hundeangst ist zumeist irrational – aber ich habe mit meinen beiden Süssen schon häufig ausgeholfen, zum Teil mit kuriosen Folgen: da ängstigte sich die Bedienung in meinem Lieblings-Biergarten nicht mehr vor grossen schwarzen Hunden, stand aber nach wie vor auf dem Tisch, wenn ein Yorkshire-Terrier auftauchte ;-)

Demnächst werde ich auch noch die „echten und richtig gefährlichen Kampfhunde“ mitsamt Hintergrundinfos vorstellen: Staffs und Pitts – quirlige Flummies, voll Begeisterung für Zuwendung und Spiel und völlig verkannt, die jedoch ein völlig anderes Wesen als Rottis und Molosser haben.

Und jetzt darf sich der geneigte Leser Gedanken zu meinen charakterlichen Defiziten machen, die mich immer wieder für einen Hund dieser Grösse und Güteklassen begeistern werden ;-)))

 

 

 

Mit dem Spieltrieb Menschen helfen

Langweid-Stettenhofen (peh) - Einen  Informationstag veranstaltete die Rettungshundestaffel Augsburg in den Lechauen bei Langweid-Stettenhofen. Zahlreiche Hundebesitzer aus der Region des nördlichen Landkreises besuchten die Veranstaltung um sich über die Ausbildung  und den Einsatz von Rettungshunden ausführlich zu informieren.



Die Veranstaltung richtete sich an alle  Hundebesitzer, die einmal in den Arbeitsbereich der Rettungshundestaffel  Augsburg hineinschnuppern wollten, egal ob sie bereits Erfahrung in der Hundeausbildung haben oder nicht. Dabei hatten alle Besucher und Gäste auch die  Möglichkeit hinter die Kulissen der Arbeit bei der Rettungshundestaffel zu  schauen und konnten auch mit dem eigenen Hund Übungseinheiten absolvieren.

Nicht auf spezielle Rassen begrenzt

"Viele Menschen",  so Robert Gröninger, Vorsitzender der Rettungshundestaffel Augsburg, "glauben immer noch, Rettungshunde sind besondere Hunde und nur spezielle Rassen  für diese Arbeit geeignet." Doch beides stimme nicht. "Prinzipiell ist jeder Hund für die Ausbildung zum Rettungshund geeignet." Die wichtigste Voraussetzung, die ein Hund mit sich bringen müsse, seien unter anderem die  Verträglichkeit gegenüber anderen Hunden und ein ausgeprägter Spieltrieb. Der  Hundebesitzer müsse vor allem viel Teamfähigkeit und Spaß rund um die Arbeit mit  dem Hund im Gepäck haben. Insgesamt dauert eine Ausbildung zum Rettungshundeteam, das aus dem Hund und seinem Hundeführer besteht, in der Regel zwei Jahre.

Vielseitige Bereiche der Ausbildung

Die Ausbildung der Hunde unterteilt sich in die Themengebiete Trümmersuche, Flächensuche, Gehorsam  und Gewandtheit. Zu den wesentlichen Ausbildungsinhalten des Hundeführers gehören Themen wie Sanitätsausbildung, Erste Hilfe, Suchtechnik des Hundes, Funkausbildung, Karten- und Kompasskunde, Trümmerkunde, Höhensicherung sowie Einsatztaktik. "Im Vordergrund der Schulung von Hund und Mensch steht für die Rettungshundestaffel Augsburg der unbedingte Praxisbezug, der das Team auf das reale Einsatzgeschehen vorbereiten soll", sagt Robert Gröninger. Die Rettungshundestaffel Augsburg sucht Übungsgelände wie Waldflächen, Abrisshäuser  und so weiter zur Ausbildung ihrer Hunde.

Artikel druckenArtikel vom 04.11.07 - 17.55 Uhr

ADRK-Jubiläum                                                                       22.08.2007, 18:19:34 Uhr

Rottweiler Rettungshunde präsentieren sich

ROTTWEIL, 22. August (mm) - Im Rahmen des Festprogramms zum Hundersten des Rottweiler-Klubs stellten sich heute die ganz besonders gut erzogenen Exemplare vor: die Rottweiler Rettungshunde.



Die Rottweiler Rettungshunde.Foto: mm

 

Die arbeiten in ganz Deutschland und darüber hinaus, helfen bei Katastropheneinsätzen, Menschen in Trümmern zu finden, aber auch den Alzheimer-Kranken, der nicht mehr nach Hause findet. Am Mittwoch stellten sich die wohlerzogenen Vierbeiner im Rahmen des Rottweiler-Fests in der Oberen Hauptstraße zum Gruppenfoto mit OB Engeser und Ulrike Grube (Mitte), der Präsidentin des Allgemeinen Deutschen Rottweiler Klubs.
 

                                        

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      

   Auch eine Diva verzieht keine Miene

Kreis Rottweil. Viel los war gestern im Rottweiler Stadion, als die ersten Teilnehmer der IFR-Weltmeisterschaft der Rott-weiler Sporthunde präsentiert wurden.

Die Champions wurden gewogen, vermessen und auf ihr Verhalten überprüft. Sehr gut reagierte zum Beispiel Clubsiegerin Diva: auch eingekreist von vielen Menschen verzog die Hündin keine Miene und blieb brav sitzen. Bei der anschliessenden Vorführung, die von Moderator Anton Spindler als "möglichst realistisch und nicht nur Show" angekündigt wurde, kam jedoch ein anderer Rottweiler Hund zum Einsatz. Seine Aufgabe war es, eine bestimmte Person zu finden und entweder durch Bellen oder durch einen Angriff gegen den gepanzerten Arm festzuhalten. Die Zuschauer sahen gespannt zu, bis der Hundeführer den Rüden mit einem einzigen Befehl zurückrief.

Danach wurden die östereichischen Militärhundeführer aktiv: Sie demonstrierten wirkungsvoll, wie man durch Handzeichen Rückwärtslaufen und komplizierte Bewegungen durchsetzen kann. Anschließend zeigten ihre Hunde beeindruckende Leitungen beim Suchen von Rauschgift, Verteidigen ihrer Herrchen und Angriff und Verfolgung von Kriminellen.

Dann betraten weit ruhigere Hunde den Stadionrasen: Rettungshunde, speziell Flächen- und Trümmerhunde, allesamt Rottweiler. Sie zeigten ihre Fähigkeiten beim Balancieren über einen kniffligen Parcours, der ein Trümmerfeld symbolisieren sollte. Über Balken und Wippen, durch Röhren und auf wankenden Stegen entlang suchten sich die Hunde ihren Weg. Auch beim Erklimmen von Leitern mussten die Tiere ihren Führern zu 100 Prozent vertrauen.

Das Ganze ist für die Rettungshunde wie ein Spiel, deshalb werden sie auch bei kleineren Missgeschicken und Pannen gelobt. Insgesamt klappte die Vorführung sehr gut und der Tag erwies sich als tolles Erlebnis für die zahlreichen Zuschauer.

25.08.2007 - aktualisiert am 25.08.2007 01:48

Kampfhundparadies Karlsruhe?

"Hier  bin ich Hund, hier beiss ich rein!"

Karlsruhe  - Laut eines Berichtes des Südwestrundfunks (SWR), Studio Karlsruhe, ist die  Zahl der Kampfhunde in Baden-Württemberg in den vergangenen Jahren  zurückgegangen. In Karlsruhe blieb sie allerdings entgegen dem Landestrend mit  zirka 300 Hunden gleich. Die Kampfhundeverordnung, welche unter anderem einen Wesenstest vorschreibt, gilt seit sieben Jahren und habe sich, so die Bilanz der Städte, bewährt.

Es gebe weniger Verstösse gegen den Leinen- und Maulkorbzwang. In Karlsruhe  wurden seit dem Jahr 2000 laut SWR-Angaben nur fünf Bussgeldverfahren angestrengt. Dies bestätigte der stellvertretende Leiter des Amtes für Bürgerservice und Sicherheit (BuS) Karlsruhe, Günter Cranz. Zu den (vermeintlichen) Kampfhunden zählen Bullterrier, Pit Bull und Staffordshire  Terrier. Weitere neun Hunderassen werden bei Anzeichen aggressiven Verhaltens  ebenfalls dazu gezählt.

Bist du ein Braver?

Im Jahre 2002 hatte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig die Revision gegen die Urteile des Verwaltungsgerichtshofes Baden-Württemberg abgelehnt.  Damit war die "Polizeiverordnung über das Halten gefährlicher Hunde" vom 3. August 2000 von oberster Stelle abgesegnet. Die Verordnung sieht vor, dass Kampfhunde nur noch mit Erlaubnis der Behörden gehalten werden dürfen.  Entscheidend hierbei ist vor allem, dass ein Hund nicht allein durch die  Zugehörigkeit zu einer bestimmten Rasse zum Kampfhund wird, sondern durch sein  Wesen.

Somit sind nicht automatisch alle American Staffordshire Terrier, Bullterrier  oder Pit Bull Terrier Kampfhunde. Sie werden zwar grundsätzlich als gefährlich  eingestuft, ob sie jedoch als Kampfhund gelten oder nicht, entscheidet sich erst  im so genannten Wesenstest. Dieser Test wird von einem Veterinär sowie einem  Beamten der Polizeihundestaffel durchgeführt.

Wer durchfällt, dem droht der Maulkorb!

Die Experten prüfen hierbei den Hund auf sein Verhalten gegenüber anderen  Tieren, gegenüber Menschen, Fahrzeugen, optischen und akustischen Reizen sowie  seinen Gehorsam. Die Tiere werden dazu mit Alltagssituationen konfrontiert: Wie reagieren sie auf plötzliches Hupen, bellende Artgenossen, Männer mit  Regenschirm oder dichtes Gedränge?

Der Test kann eine ganze Stunde dauern. Hat ein Hund den Test bestanden, gilt  er nicht mehr als Kampfhund. Der Maulkorb entfällt, die Leine bleibt aber. Ein  durchgefallener Hund erhält keine zweite Prüfungschance. Wer die Prüfung nicht  besteht, muss bis ans Lebensende mit einem Beisskorb spazieren gehen. (ps/tcm)


Meldung vom Montag, 27. August 2007  © ka-news  2007

«Kampfknuddler» spazierten ruhig

Sie knuddelten tatsächlich, was das Zeug hielt: 40 Hunde gaben sich beim «Kampfknuddler»-Treffen in Interlaken ein Stelldichein. Deren Besitzer wollten ein Zeichen setzen und die Hetzjagd gegen ihre Tiere eindämmen.

                     Organisator Christoph Pfister (v. m.) und 40 weitere Kampfhundehalter. / Bruno Petron

Spätestens seit dem Drama vor eineinhalb Jahren, als im zürcherischen  Oberglatt ein Sechsjähriger von drei Kampfhunden getötet wurde, bewegen die «Beissmaschinen» die Gemüter. Um der Gesellschaft zu zeigen, dass Kampfhunde auch Schmusetierchen sein können, trafen sich am Samstag 40 Besitzer von Rottweilern, Bullterriern, Dobermännern und anderen «Risikohunden» auf dem Flugplatz Interlaken. Mit einem von der Polizei bewilligten, ausgedehnten  Spaziergang begaben sich die Kampfhundehalter zum Schluss geschlossen mitten ins  Touristengetümmel auf der Höhematte. Abgesehen von einigen harmlosen  Rangordnungskämpfen unter den Vierbeinern verlief der Tag friedlich und  ruhig.

Statussymbol Kampfhund

«Es ist schon paradox, dass eine verschwindend kleine Minderheit eine ganze  Hunderasse in Verruf bringen kann», Ärgert sich Rottweiler-Besitzer Christoph Pfister aus Habkern. Ihn stört, «dass der laufende Gesetzesentwurf auf die Hunde  zielt anstatt auf verantwortungslose Halter». «Wie bei den Menschen darf  Rassismus auch bei Hunden nicht toleriert werden», fordert Pfister.

Michelle Scheidegger ist Verwaltungsangestellte beim Tierschutzverein Bern und Halterin eines Bullmastif. «Jährlich nehmen wir ein bis zwei verwaiste Kampfhunde im Tierheim Oberbottigen auf. Es melden sich dann immer wieder junge Interessenten, die so ein Tier haben möchten. Für solch unerfahrene Menschen stellt so ein Hund ein Statussymbol und Prestigeobjekt dar», sagt sie und  ergänzt: «Der Hund ist immer so, wie ihn der Mensch macht.»

Wenig originell schien einigen Lesern dieser Zeitung im Vorfeld der Titel der  Veranstaltung. Yvonne Fuchs aus Spiez empörte sich: «Dies ist ein Affront gegenüber der Gesellschaft und den “normalen” Hundehaltern.» Ihr zwölfjähriger  Silberpudel wurde erst vor zwei Monaten am Trucker- und Countryfestival auf dem Flugplatz Interlaken von einem Rottweiler zu Tode gebissen

Auch Passant Ernst Morgenthaler äusserte anlässlich des  Kampfhunde-Spazierganges auf der Höhematte seinen Unmut: «Das ist reine Provokation. Da werden Kinder totgebissen, und jetzt kommen sie mit den  vermeintlichen Kuscheltierchen dahergelaufen.»

Kampfhunde gegen Bären

Der Kampfhund hat seinen Ursprung um das Jahr 1100. Damals wurden Hunde  gezüchtet und abgerichtet, um im Kampf gegen Bullen und Bären zu bestehen. 1835 wurden solche Tierkämpfe in England verboten. In Hinterhöfen und Kellern fanden diese aber weiterhin statt, jedoch in engen Verhältnissen. Es kam zum  verhängnisvollen Wechsel vom Tier- zum Hundekampf und zur Aufzucht von Rassen mit der Fähigkeit zum Beschädigungsbeissen. Die Tiere zeigten fortan verminderte Schmerzempfindlichkeit, herabgesetztes Drohverhalten und verbissene  Wehrhaftigkeit. Trotz einem im Jahr 1998 verhängtem Verbot finden in Pakistan auch heute noch jährlich über 50 organisierte, blutige Hundekämpfe statt.

Diensthund Yesko beendet Einbruchserie in Sissach/Schweiz

Sissach/Füllinsdorf. baz. Nach mehreren Einbrüchen am Wochenende konnte die Polizei Basel-Landschaft drei Männer verhaften, welche in Sissach und Füllinsdorf aktiv gewesen waren. In der Nacht vom Freitag auf Samstag hatte einer der Täter in ein Café und in eine Drogerie in Sissach eingebrochen. Dabei erbeutete er jeweils kleinere Bargeldbeträge. Ebenfalls in Sissach hatte der gleiche Mann zuvor erfolglos versucht, in ein weiteres Verkaufsgeschäft einzudringen.

In der Nacht auf Sonntag brach der Täter zusammen mit zwei Komplizen in Füllinsdorf gegen in ein Steinschmuck- und Mineraliengeschäft ein, wo die drei Einbrecher am Tatort durch mehrere Patrouillen der Polizei Basel-Landschaft mit Hilfe des Diensthundes Yesko angehalten werden konnten. Yesko ist ein fünfjähriger Rottweiler. Die drei Täter sind geständig und befinden sich in Untersuchungshaft. Bei den Tätern handelt es sich um drei drogenabhängige Schweizer im Alter von 25, 29 und 40 Jahren.

               ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

25.Oktober 2006

Besuch beim einzigen Teilnehmer aus Sachsen-Anhalt an der  deutschen Meisterschaft im Fährtenhundesport

"Der Rottweiler ist stark, rücksichtsvoll und ein echter Freund des Menschen
Von Burkhard Falkner


Karl-Heinz Meier aus Hasselfelde mit seinem  Liebling, Rottweiler "Gofy vom Amtsbach": ein 50-Kilo-Kraftpaket, aber erzogen  und Anwärter auf den deutschen Meisterschaftstitel. Foto: Burkhard  Falkner

Während die Politiker um Kampfhunde streiten, trainiert  Karl-Heinz Meier in Hasselfelde eifrig seinen Rottweiler. Meier ist Experte,  wird als einziger Sachsen-Anhalter im November an der deutschen Meisterschaft  für Rottweiler teilnehmen und fordert von der Politik einen Befähigungsnachweis für Hundehalter.

Hasselfelde. Karl-Heinz Meier ( 42 ) schwebt im  Hunde-Himmel. Wenn nicht im siebenten, dann mindestens im fünften. Der Grund :  Sein vierbeiniger Freund " Gofy vom Amtsbach " hat mit Bravour die Qualifikation  zur diesjährigen deutschen Meisterschaft für Rottweiler im Fährtenlesen geschafft.

Schier unglaubliche 99 und 100 Punkte von jeweils 100 möglichen  Punkten hat der siebenjährige und 100 Pfund schwere " Gofy " unter Anleitung  seines Herrchens erreicht. Als einziger Hundeführer aus Sachsen-Anhalt wird der  Harzer nun am 4. November bei der Deutschlandmeisterschaft für Rottweiler im  Fährtenlesen in Blatzheim bei Kerpen teilnehmen. Etwa 35 Spitzenhunde treten  dort an.

" Befähigungsnachweis " für Hundehalter nötig

Mancher  würde wohl angesichts der laufenden " Kampfhund " -Debatte in Sachsen-Anhalt  Angst bekommen, wenn er dem vierbeinigen Kraftpaket des Harzers begegnet. Die Rasse Rottweiler gilt vielen als Kampfhund. Für Karl-Heinz Meier ist der Mensch das Entscheidende. Statt Gesetze zu ändern und gar generell Leinenzwang zu verordnen, sollte ein " Befähigungsnachweis für Hundehalter " eingeführt werden. Das würde die wirklichen Probleme eher lösen.

Karl-Heinz Meier ist gelernter Hundetrainer und betreibt eine Hundeschule. Die berüchtigten, oft  hilflosen Worte " Der tut nix " kommen ihm nicht über die Lippen. Eher ein  ruhiges, aber bestimmtes : " Fuss !" oder " Platz !"

Ruckartig macht sein braunes Kraftpaket dann Halt, guckt freundlich, aber interessiert, Kommandos erwartend.

" Der Hund verhält sich artgerecht, er kann ja gar nicht anders. Daher braucht er eine klare Vorgabe ", erläutert Meier. " Wenn es bei  Rottweilern zu Übergriffen kommt, dann, weil diese klaren Vorgaben fehlen, und  das liegt mit Sicherheit nicht am Hund. " Leinenzwang würde die Freude beim  Auslauf einschränken, den Stress für Mensch und Tier erhöhen, so dass Ausbrüche vielleicht sogar wahrscheinlicher würden, meint Meier. Der Schutz des Menschen,  des jeweiligen Herr- oder Frauchens, habe für den Hund Priorität, das sei seine  Natur. " Und dabei kommt es eben drauf an, wie gut das Tier erzogen ist, damit  diese Schutzaktivität gegenüber dem Halter nicht in Aggressivität gegen andere umschlägt ", so der Tierfreund. Es sei wichtig, dass der Hund von klein auf  Verhaltensregeln lernt. Zum Beispiel in einer Welpenspielstunde. " Dabei werden die Vierbeiner an Umweltreize, an Menschen und an den ordentlichen Umgang mit  Artgenossen gewöhnt ", so der verhaltenspsychologisch geschulte Meier. " Es ist fast wie bei Menschenkindern auch. "

Hundeerziehung startet mit Welpenspielstunde

Er selbst sieht sich trotz aller Kampfhundedebatten  als absoluten Rottweiler-Fan. Mit einem Terrier-Mix in der Familie aufgewachsen,  habe er später als Maurer und Betonfacharbeiter dann einen eigenen Hund haben wollen. Mehr durch Zufall sei er auf Rottweiler gekommen. " Ein Bekannter hatte  gerade einen frischen Wurf. " So kam der Mann zu seinem ersten Rottweiler.

" Aldo " hiess der und holte bei den Landesmeisterschaften Sachsen-Anhalts im Fährtenlesen damals je einen beachtlichen 4 ., 5. und 8.  Platz. " Ab dem Alter von zehn Jahren konnte er dann bei uns seinen verdienten  Lebensabend geniessen, war sozusagen voll auf Rente, das gehört zu meiner  Philosophie im Umgang mit Hunden ", so Meier.

Als " Aldo " schliesslich  im hohen Hundealter von 14 Jahren " den Weg über die Regenbogenbücke " gegangen war, einfach " gestorben " will sein Herrchen gar nicht sagen, da musste es bald wieder ein Rottweiler sein. Karl-Heinz Meier hatte sich regelrecht in die Rasse verliebt.

" Der Rottweiler ist stark, nervenstark, konfliktbewusst,  begeisterungsfähig, rücksichtsvoll und ein echter Freund des Menschen ",  schwärmt der Harzer geradezu : " Aber immer vorausgesetzt, dass der Vierbeiner  erzogen, eben sozialisiert ist, wie wir sagen. "

Wenn da ein Halter oder  eine Halterin bei ihren Hunden nicht sicher sind, mit welcher Rasse auch immer, sollten sie in eine Hundeschule gehen, rät Meier. Dort würden der richtige Umgang und tierpsychologische Kenntnisse vermittelt.
                         --------------------------------------------------------------------------------------

25.10.2006

Volksstimme-Streitgespräch mit SPD-Innenminister Hövelmann und CDU-Innenpolitiker Kolze

Brauchen wir ein Kampfhundegesetz?



Mit Gesetz und Rasseliste will Innenminister Holger Hövelmann (  SPD ) gegen nachlässige Hundehalter und gefährliche Hunde vorgehen. Koalitionspartner CDU bezweifelt die Wirkung neuer Paragrafen, voran Innenpolitiker Jens Kolze. Das Streitgespräch moderierten die  Volksstimme-Redakteure Jens Schmidt und Bernd Kaufholz.

Volksstimme :  Herr Kolze, warum lehnt die CDU ein Kampfhundegesetz ab ?

Jens Kolze : Wir haben mit dem Tierschutzgesetz und dem  Polizeigesetz ausreichend rechtliche Grundlagen. Die Kommunen können Leinen-  oder auch Maulkorbpflicht erlassen und auch durchsetzen. Meinetwegen bräuchten  wir kein neues Gesetz. Wenn aber unser Koalitionspartner SPD dies will, sind wir gern berereit, über Dinge wie eine Hundehalter-Haftpflichtversicherung zu reden.

Volksstimme : Herr Hövelmann, Ihr Koalitionspartner zieht nicht recht  mit. Die Linkspartei befürwortet ein Gesetz. SPD und Linke haben eine Mehrheit  im Landtag. Würden Sie das Gesetz auch mit der linken Opposition beschliessen ?

Holger Hövelmann : Ich gehe davon aus, dass wir in der Koalition eine  Lösung finden. Wir haben eine Verantwortung für die Sicherheit im Öffentlichen  Raum, vom Park bis zum Spielplatz. Der Hundehalter in Stendal zum Beispiel, dessen Tier den Jungen schwer verletzt hatte, ist wahrscheinlich nicht imstande, die materiellen Folgen zu tragen, da er keine Versicherung hatte. So etwas darf  künftig nicht wieder passieren, deshalb brauchen wir ein Gesetz.

Kolze :  Wenn es um eine Haftpflichtversicherung, einen Wesenstest für Hunde, eine Halterprüfung und andere strengere Auflagen für Hundehalter geht, gehen wir ja mit. Aber wir sind gegen eine Liste mit gefährlichen Hunderassen. Hunde sind nicht per se aggressiv.

Hövelmann : Wir wollen ja keine Rassen generell  schlechtmachen ... Kolze : Doch, das machen Sie aber ... Hövelmann : Nein, das  machen wir nicht. Wir sagen aber, dass es Rassen gibt, von denen eine potenziell  höhere Gefahr ausgeht : wegen ihrer Beisskraft, ihrer Körperfülle, ihres Aggressionsverhaltens. Und an Halter dieser Rassen müssen wir strengere  Anforderungen stellen.

Volksstimme : Herr Kolze, ist es nicht tatsächlich ein Unterschied, ob ein Pekinese oder ein Bullterrier ausrastet ?

Kolze : Sicher. Aber es beissen auch Schäferhunde, Rottweiler oder Pudel.  Wissenschaftler weisen nach, dass es keine aggressiven Rassen gibt, aber Halter,  die Hunde zum Beisser erziehen können. Wesenstests haben gezeigt, dass gerade so  genannte Kampfhunde nicht auffällig waren. Wir haben Staffordshire Terrier als  Begleithunde für Blinde.

Hövelmann : Es geht mir nicht darum, den einzelnen Hund zu verdammen. Es geht um die Probleme der Rasse. Ich bleibe dabei, es gibt Rassen, die potenziell gefährlich sind. 13 von 16 Bundesländern haben solch eine Liste. Ich wüsste nicht, warum ausgerechnet wir eine Ausnahme machen sollten.

Volksstimme : Herr Hövelmann, es scheint, als wäre hier  keine Einigung möglich. Ist ein Gesetz ohne Rasseliste denkbar ?

Hövelmann : Es wäre kein effektives Gesetz. Die Gemeinden brauchen eine  sichere Grundlage, um zum Beispiel höhere Steuern für bestimmte Hunderassen rechtssicher kassieren zu können. Das ist wirkungsvoll, wie andere Ländern zeigen. Dort ging die Zahl der Kampfhunde zurück. Es ist ja eine bestimmte Klientel, die sich vor allem solche Hunde zulegt. Oft junge Männer aus sozial  schwierigem Milieu, die Stärke demonstrieren wollen. Die verlieren das  Interesse, wenn es ihnen zu teuer wird.

Volksstimme : Herr Kolze, lassen Sie das Gesetz am Listenstreit scheitern ?

Kolze : Nein, das nicht. Wenn  mich ein Fachmann vom Sinn einer Rasseliste überzeugt, würde ich meine Meinung  auch ändern, allerdings glaube ich noch nicht daran. Uns stört auch, dass der Minister diese Liste per Verordnung am Landtag vorbei aufstellen will.

Hövelmann : Das machen wir, um jederzeit flexibel diese Liste verändern  zu können ohne gleich ein ganzes Gesetz von Neuem debattieren zu müssen. Wir  sind in der Verantwortung, etwas zu tun. Die Nachvollziehbarkeit unseres  politischen Handelns steht bei der Bevölkerung schon auf der Kippe ...

Kolze : Ich weiss, Sie haben viele Meinungen hinter sich. Aber was populär ist, ist nicht unbedingt gut.

Volksstimme : Populär wäre auch  eine generelle Maulkorbpflicht. Viele Leser fanden, das wäre der effektivste  Schutz vor Beissattacken. Was halten Sie davon ?

Hövelmann : Eine generelle Maulkorbpflicht hat ihren Charme. Allerdings müssen wir auch verhältnismässig handeln. Beim Pitbull ist das richtig, beim Dackel wäre es  übertrieben.

Kolze : Es wäre nicht artgerecht, wenn ein Hund ständig ein  Maulkorb tragen müsste. Es ist in Ordnung, wenn im Kaufhaus oder im Bus ein Maulkorb verlangt wird. Aber bei jedem Spaziergang durch den Park ? Nein. Ein  Hund muss sich auch austoben können. Erst wenn ein Hund auffällig geworden ist, dann ist die Pflicht zum Maulkorb nachvollziehbar.

Volksstimme :  Bekommen die Kommunen auch das nötige Geld, um das Gesetz umsetzen zu können ?


Hövelmann : Es gibt bundesweit keinerlei Erhebungen darüber, dass  die Ausgaben einer Kommune durch ein Kampfhundegesetz um x Prozent steigen. Es  gibt am Anfang mit Sicherheit gewisse Anlaufschwierigkeit bei der Umsetzung des Gesetzes. Ordnungsamtsmitarbeiter müssen geschult werden, sie müssen die gefährlichen Rassen kennen und wissen, wie sie handeln müssen. Der Kontrollaufwand wird grösser. Allerdings wird es so sein, dass durch die stärkeren Kontrollen auch Hundebesitzer entdeckt werden, die keine Steuern zahlen. Somit kann zusätzlich Geld erhoben werden, das gegen die Unkosten  aufgerechnet werden kann.

Kolze : Das gilt vielleicht für die Städte,  aber nicht fürs flache Land. Welche Ordnungsamtsmitarbeiter fahren denn über die  Dörfer, um nach nicht angemeldeten Kampfhunden oder anderen Hunden ohne Steuermarken zu schauen.

" Eine generelle Maulkorbpflicht hat ihren Charme. "

Hövelmann : Das sehe ich aber ganz anders. Auf den Dörfern ist die Kontrolle doch viel einfacher als in der Stadt. Da kennt doch jeder jeden.

Kolze : Das Denunziantentum haben wir doch überwunden.

Hövelmann  : Darum geht es gar nicht. Es geht darum, dass die Verwaltungen, die fürs Steuereintreiben zuständig sind, die Leute im Dorf besser kennen als in der  Stadt.

Volksstimme : Also keine Finanzspritze vom Innenministerium für  die Kommunen ?

Hövelmann : Nein.

Kolze : Das Geld könnte nur aus  dem laufenden Haushalt des Innenministeriums kommen. Aber ich wüsste auch nicht,  wo man das wegnehmen könnte.

Volksstimme : Wer aber soll das Gesetz durchsetzen ? Viele Politessen fühlen sich überfordert, wenn sie einem unangeleinten Bullterrier gegenüberstehen.

Kolze : Genau da sehe ich  grosse Probleme. Letztlich sind doch die Ordnungsamtsmitarbeiter allein zuständig. Und das sind zumeist Damen. Sie sind nicht in der Lage, einen Hundebesitzer zu fragen, ob sein Kampfhund einen Wesensnachweis und er selbst einen " Hundeführerschein " hat. Sie wird wegschauen und das Gesetz läuft ins  Leere.

Hövelmann : Wenn sich eine Ordnungsamtsmitarbeiterin

nicht in der Lage sieht, einzuschreiten, kann sie jederzeit die 110  anrufen, dann kommt die Polizei. Das ist übrigens auch heute schon möglich. In  Extremsituationen helfen dann qualifizierte Leute. Die zusätzlichen Gelder, die für eine Unterbringung von Kampfhunden in kommunalen Tierheimen benötigt werden,  können durch höhere Bussgelder, die von Hundebesitzern eingenommen werden,  kompensiert werden.

Volksstimme : Wann sollte die Kommune Kampfhunde ihren Besitzern wegnehmen oder gar töten ?

Hövelmann : Wegnehmen bei  klaren Verstössen gegen das Gesetz. Zum Beispiel, wenn der Halter keinen "  Hundeführerschein " hat, die Haftpflichtversicherung nicht bezahlt ist oder er  nicht die persönliche Befähigung hat, mit solch einem Tier umzugehen. Die Tötung kann nur das letzte Mittel sein, wenn ein Hund nicht zu bändigen ist. Wenn trotz aller Bemühungen von Fachleuten die Angriffslust nicht nachlässt und das Tier  eine Gefahr für Leib und Leben darstellt.

" Ein Hund muss sich auch  austoben können "

Kolze : Dem habe ich nur zuzufügen : Auch wenn der Halter körperlich nicht in der Lage ist, einen gefährlichen Hund im Zaum zu  halten, sollte er ins Tierheim gebracht werden. Und : Erst sollte man einen Kampfhund, der nicht mehr zu halten ist, betäuben und dann sehen, wie er sich  nach dem Aufwachen verhält.

Volksstimme : Herr Kolze, haben Sie einen  Hund ? Kolze : Ja, eine Mischung aus Berner Sennenhund und Schäferhund. Wenn ich  abends nach Hause komme, legt er mühelos seine Pfoten auf meine Schultern ein  ganz lieber.

Volksstimme : Herr Hövelmann ? Hövelmann : Wir haben einen dicken Kater fast sieben Kilo schwer. Vor dem rennen sogar die Hunde weg

         -------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Auffangstation an Belastungsgrenzen  angelangt                           Donaukurier 23.8.2006

Marc Peschke

Neuburg (pes) "Die Tierheime arbeiten an der Grenze der  Leistungsfähigkeit". Gerade in der Urlaubszeit herrscht in Riedensheim  Hochbetrieb, wie Leiter Gerhard Schmidt betont. Nicht nur, dass zurzeit 90 Hunde, über 100 Katzen, zehn Pferde, fünf Ziegen und Schweine versorgt werden  müssen: Die Stürme am Wochenende haben schwer auf dem Zehn-Hektar-Gelände gewütet. Bäume wurden entwurzelt, Aussenzwinger abgedeckt und der Zaun ist an  mehreren Stellen kaputt. Dazu kommen Probleme, die nach einer sofortigen Lösung schreien. Schmidt schildert den jüngsten Fall, der die Neuburger Tierschützer  auf den Plan rief: Zusammen mit dem Landratsamt mussten aus einer vermüllten  Wohnung 14 Katzen und ein kleiner Hund befreit werden. Die Tiere waren völlig  verwahrlost, die ausgehungerten Samtpfoten frassen bereits die eigene Katzenstreu. Schmidt: "Allein die tierärztliche Versorgung kostet uns 1000 Euro. Und der Besitzer kann nicht zur Verantwortung gezogen werden." Oftmals gilt für  das siebenköpfige Team das Prinzip , dass den Letzten in einer langen Kette die Hunde beissen. "Die Probleme, die wir nicht lösen, löst kein anderer. Und das für  drei Landkreise", beschreibt Schmidt den Alltag im Tierheim, das zuständig ist  für die Stadt Neuburg, die Landkreise Neuburg-Schrobenhausen und Eichstätt und das die Fundtierunterbringung für den Kreis Pfaffenhofen regelt. Im Gegenzug bezahlen die Gebietskörperschaften eine Pro-Kopf-Pauschale zwischen fünf und 22 Cent pro Einwohner und Jahr an die Tierschutzorganisation.

 

Leicht abgenommen habe in der Zeit der grossen Ferien die  Problematik mit ausgesetzten Tieren. "Die Leute wissen, dass das unter Strafe steht und werden findiger", so Schmidt, denen "ist keine Ausrede zu billig".  Erst Dienstagmorgen sei eine Frau vorstellig geworden, die angab, sich ihre Labradorhündin aus finanziellen Gründen nicht mehr leisten zu können. Man habe ihr Tierfutter und eine Impfung für den Hund angeboten. Im Gegenzug hätte sie im Tierheim beim Putzen helfen sollen, was die Dame aber ablehnte. "Ihren Hund  bekam sie nicht wieder mit, denn das war alles nur vorgeschoben", erklärt Schmidt, der Oberflächlichkeit und Verantwortungslosigkeit in der Gesellschaft anprangert. Die momentane Katzenschwemme im Tierheim sei eine Folge davon, denn  "den Leuten ist es völlig egal, wie viele Junge ihr Tier bekommt." Zu einer  guten Haltung aber zähle die Kastration von Kleintieren.

"Der Haustiermarkt ist gnadenlos überschwemmt", konstatiert der  Tierheimleiter. Das wiederum habe zur Folge, dass die Verweildauer der  Vierbeiner im Tierheim im Durchschnitt immer länger werde. Der allgemein  herrschende Perfektionswahn mache auch vor seinem Arbeitsfeld nicht Halt , so dass "Vierbeiner mit kleinen Macken kaum Abnehmer finden. In Neuburg gibt es daher einige Tiere, die mit Sicherheit im Heim sterben werden", schildert er die traurige Realität.

Bei der nächsten Bürgermeister-Dienstbesprechung möchte der Chef des Tierschutzvereins in eigener Sache vorsprechen. Die Veterinrabteilungen der  Landratsämter sollten Züchter strengeren Leistungskontrollen unterziehen. Denn  sie seien es, die für eine Überproduktion an Haustieren sorgten und sollten auch  einen Beitrag zur späteren Verwahrung der Tiere leisten. Schliesslich sei im Heim jeder zweite bis dritte Hund ein Rassetier.

Die Kommunen könnten die Tierheime nach Schmidts Vorstellungen durch eine  Reform der Hundesteuerregelung unterstützen. Zum Beispiel ständen immer wieder  nachweislich nicht aggressive Rottweiler oder Bullterrier und andere Vertreter der Kategorie Kampfhunde zur Vermittlung. "Wenn potenzielle Interessenten aber erfahren, dass sie für so ein Tier 600 Euro Steuer zahlen müssen, machen sie bei uns einen Rückzieher", weiss Schmidt, der für günstigere Steuersätze plädiert, wenn Menschen sich ihren vierbeinigen Gefährten aus dem Tierheim holen.

Wichtig sei auch, dass alle Hunde und Katzen gechipt werden, was bei Fundtieren die langwierige Recherche nach dem Besitzer vereinfache. Ausserdem  zählt Schmidt zu den Verfechtern einer Pflicht-Haftpflichtversicherung für Haustiere, "um die Probleme endlich an der Wurzel anzupacken".

         ------------------------------------------------------------------------------------------------------

          

Meldung vom Donnerstag, 27. Juli 2006  © ka-news  2006

Hecheln statt schwitzen

Wie  kommen Hunde mit der Hitze klar?

Karlsruhe  - Die erdrückende Hitze der letzten Wochen macht nicht nur zahlreichen Menschen zu schaffen, auch Vierbeiner müssen mit den rekordverdächtigen Temperaturen  zurechtkommen. Wie aber kühlen sich Hunde ab? Tipps wie die vierbeinigen Freunde die heissen Tage mit teilweise über 36 Grad besser überstehen können, werden am  kommenden Samstag, 29. Juli, auf der Meile des Ehrenamtes am Infostand der Such-und Rettungshunde auf dem Karlsruher Marktplatz gelüftet.

Hunde schwitzen nicht wie Menschen am ganzen Körper, sondern nur an den  Pfoten. Die Körpertemperatur reguliert der Hund mit Hecheln. Die meisten  Vierbeiner kommen gut mit der warmen Jahreszeit zurecht. Sie suchen sich ein schattiges Plätzchen im Keller oder blockieren das geflieste Bad. Die meisten Hunde verschaffen sich beim Spaziergang mit ihren Besitzern in einem Bach, Fluss oder See die nötige Abkühlung. An warmen Tagen sollte der beste Freund des Menschen dennoch nicht überfordert werden. Aktivitäten wie Spielen, Radfahren,  Joggen oder längere Spaziergänge sollten in die kühlen Morgen- oder in die  Abendstunden verlegt werden.

Hunde sollten im Sommer nie im Auto warten müssen

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Karlsruhe rät allen Hundebesitzern, ihre Haustiere in den Sommermonaten nicht im Auto warten zu lassen, auch wenn es nur  ganz kurz sein sollte. Im Fahrzeuginneren könne es nach Angaben der DRK  Temperaturen von mehr als 60 Grad geben, auch wenn die Fenster einen Spalt  geöffnet sind. Auch Hunde könnten einen Hitzschlag erleiden. Zweibeiner erkennen  ihn nach Auskunft des DRK an folgenden Symptomen: Starkes Hecheln, schneller Puls, zunehmende Mattheit bis zur Unfähigkeit aufzustehen, erhöhte Körpertemperatur, Benommenheit, blasse oder bläuliche Schleimhäute (Lefzen,  Zahnfleisch, Zunge), Schock bis hin zur Bewusstlosigkeit.

Sollte eines dieser Symptome eintreffen, rät die DRK den Hund nach Möglichkeit in den Schatten zu legen. Räume sollten ausreichend belüftet sein, Wasser stets zur Verfügung stehen. Sollte er im Auto einen Hitzschlag bekommen, so müssten die Besitzer den Vierbeiner aus dem Fahrzeug holen und ihn langsam  mit feuchten Tüchern von den Pfoten her über den Rumpf zum Kopf abkühlen. Daraufhin sollte der Tierarzt verständigt werden. Die DRK rät von einer Fahrt im  aufgeheizten Auto zum Tierarzt ab. Weitere Informationen erhalten Hundehalter unter Telefon 0721/9559550. (ps/pgv)

                 -----------------------------------------------------------------------------------------------


Wormser Zeitung                                                                                                                                11.3.2005

Lebenslang für "Kampfschmuser"   Ergebnis sinnloser Verordnungen

Kaum zu glauben, aber wahr: Billy ist ein so genannter Kampfhund.   

                        
Der Pitbull-Terrier ist mitnichten gefährlich, viel lieber kämpft er mit Christiane Gumpert um jede Streicheleinheit.

Das ist Billy, ein Pitbull Terrier oder auch von vielen Menschen als Killermaschine oder Kampfbestie beschimpft und abgestempelt. So und noch heftiger werden Bullterrier, Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier und Co. leider genannt. Es kursieren in den Medien immer wieder falsche Horrormeldungen und Ammenmärchen über diese Rassen.

Tatsache ist, dass seit dem Jahr 2000 Verordnungen und Gesetze erlassen wurden, die willkürlich diverse Hunderassen auflisten. Teilweise sind sehr überzogene Auflagen zu erfüllen, und das Kuriose: was zum Beispiel in Rheinland-Pfalz gilt, ist in Hessen irrelevant. Jedes Bundesland kocht sein eigenes Süppchen und eine Einigung ist nicht in Sicht.

Aber wen treffen diese Verordnungen? Normale Familien und deren Hunde, die niemals auffällig geworden sind. Die Leute, die ihre Tiere missbrauchen und scharf machen, melden diese mit Sicherheit nicht den Behörden, sondern rühren weiter im Untergrund oder bedienen sich anderer Rassen. Das Ganze geht also völlig am eigentlichen Problem vorbei.

Die Realität heute sieht so aus, dass Hunderte "SoKa´s" (so genannte Kampfhunde) in den Tierheimen sitzen und kaum eine Chance auf Vermittlung haben. Dabei sind sie sehr familientauglich, anhänglich, folgsam, lieb, verschmust und sehr sensibel. Im umliegenden Ausland werden gerade Staffordshire Terrier und Co. für ihr kinderfreundliches Wesen sehr geschätzt und liebevoll Nanny-Dogs genannt.

Auch im Tierheim Worms sitzen einige "SoKa´s" schon ewig - dabei sind sie wirklich keine Problemhunde. Es werden dringend Plätze für die genügsame Omi Malte, den netten Tiago, den wuseligen Archibald, den lieben Rico, den ballverrückten Spike und für Schmusebär Billy gesucht.

Detaillierte Infos zu unseren Kampfschmusern finden sie auf unserer Homepage. Alle unsere "Kampfhunde" haben Paten, die sich liebevoll um sie kümmern und ihre Eigenheiten genau kennen.

Wir möchten nicht, das unsere Schützlinge lebenslang hinter Gittern sitzen. Lernen Sie sie doch einmal persönlich kennen und vielleicht haben Sie noch einen Couchplatz frei, um den unsere "Kampfis" kämpfen können? Die Hoffnung stirbt zuletzt...

             ------------------------------------------------------------------------------------------------- 

Dieser Artikel ist im April 2005 in der ADRK Rottweiler-Zeitung erschienen. Ich habe ihn selber, zum Dank für den Kampf um meine Rettungs-Rotties, geschrieben.                                                                                               

Hallo liebe Rotti-Freunde               

Als aller erstes möchte ich an dieser Stelle meinen Dank an den ADRK aussprechen. Der ADRK hat mein Verfahren als Musterverfahren für viele andere ähnlich Betroffene unterstützt. Ohne seine Hilfe könnte auch ich mit meinen beiden Rottis wohl nicht mehr unsere Rettungshundearbeit weitermachen.

Aber erst einmal von Anfang an.

Als ich im September 1996 meinen damals etwa 9 Monate alten  Aldo aus dem Tierheim holte, war noch lange nicht die Rede davon, daß der Rottweiler auf die  Kampfhundeliste kommen sollten. Auch als ich im Frühjahr 2002 meine damals 2 jährige Pauline zu mir nahm, stand es noch nicht fest, ob der Rottweiler je auf diese Liste kommen würde. Fest steht jedoch, daß ich beiden ein neues Zuhause gegeben habe und sie mir viel Freude bereiten. Leider wurde es dann zur traurigen Gewissheit, daß unsere geliebte Rasse auf der Liste 2 geführt wird. In Bayern, genauer gesagt in Augsburg, begann dann das Spießrutenlaufen. Gleich im Januar 2003 machte ich das erforderliche Gutachten mit meiner Pauline. Ohne Beanstandungen schafften wir es. Voller Stolz und mit dem Wissen, meine Bürgerpflicht getan zu haben, reichte ich das Gutachten ein, um das Negativzeugnis zu erhalten. Mit meinem Aldo stand ich kurz vor der Rettungshundeprüfung. Da ja eine bestandene Rettungshundeprüfung in einem anerkannten VdH-Verein an  Stelle des Wesenstests laut Bayrischem Innenministerium akzeptiert wird, dachte ich mir, ich erspar uns das Gutachten. Leider ging ich allzu blauäugig an die ganze Sache heran. Die Bürokratie, oder besser gesagt die Willkür, standen uns dreien dicke im Weg. Mitte Mai bekam ich dann das Negativzeugnis von Pauline. Toll, meine Pauline ist zwar nicht gesteigert aggressiv, aber ich darf sie nicht mehr ohne Leine laufen und nicht unbeaufsichtigt mit fremden Menschen zusammen kommen lassen. Wie soll das in der Rettungshundearbeit funktionieren? Hilfe fand ich bei Fr. Grube. Sie bat den für den ADRK bereits in verschiedenen verwaltungsrechtlichen Verfahren erfolgreichen Rechtsanwalt Dr. Tünnesen-Harmes aus Duisburg sich der Sache anzunehmen, weil Bescheide wie meiner in Bayern häufig an Rottweilerhalter verschickt werden und der ADRK deshalb einen geeigneten Fall gesucht hat, um eine rechtliche Klärung herbeizuführen.

Wir legten also Widerspruch gegen das Negativzeugnis ein. Gemeinsam kämpften wir dann für meine Rottweiler und unsere Rettungshundearbeit. Es war nicht einfach, des öfteren dachte ich auch, daß der Kampf umsonst ist. In der Zwischenzeit musste ich mit Aldo ebenfalls den Wesenstest ablegen, da das Gesetz auch ihm die Ausbildung verbot. Denn ohne Negativzeugnis besteht bei einem Listenhund Kat. 2 Leinen- und Maulkorbzwang. Da wir aber auch auf öffentlichem Gelände unsere Übungen abhalten, und dort auch unsere Prüfungen ablegen, bestand ansonsten keine Möglichkeit für eine weitere Ausbildung. Denn ein Verstoss gegen diese Auflagen konnte und wollte nicht unser Ziel sein. Auch er bestand mit Bravour.

Komischer Weise sind mir unser Mitbürger und Nachbarn beim Gassi gehen nie aus dem Weg gegangen. Das eine oder andere mal wurde zwar über die  Kampfhundeliste diskutiert und so mancher Mitbürger musste erstaunt feststellen, daß Rottweiler ja gar nicht so böse sind, wie sie in den Medien beschrieben werden.

Nur die Behörde zeigte kein Einsehen. Dabei wollte ich doch nichts unmögliches, sondern nur meine angefangene Rettungsarbeit mit meinen Hunden weiterführen. Aber dies wurde mir immer noch verweigert. Wer aber einen langen Atem hat, kommt auch mit kleinen Schritten zum Ziel.  Nach einem Jahr endlich ein Hoffnungsschimmer am Horizont. Ich bekam von der Stadt Augsburg auf einmal einen Brief. Darin wurde mir ein Negativzeugnis für Aldo „vorgeschlagen“ und wenn ich damit einverstanden wäre, würde es mir im Original zugeschickt. In diesem Negativzeugnis standen auf einmal viel weniger Auflagen drin als bei Pauline, obwohl das Gutachten bei beiden ja identisch war. Auch dürfe ich Aldo für die Zeit der Übung, Lehrgänge, Prüfungen und Einsätze von der Leine lassen. Toll, nichts anderes wollten wir ja erreichen. Mit den anderen Auflagen kann ich ja leben. Das war doch immer hin ein Teilerfolg, denn jetzt konnte ich mit Aldo endlich wieder für seine Prüfung arbeiten. Leider hat uns diese lange Pause sehr geschadet, denn er war ja auch nicht mehr der Jüngste mit seinen 8 Jahren. Aber mit Pauline durfte ich immer noch nicht arbeiten. Lag es daran, daß sie noch nicht so viel Erfahrung in der Arbeit hatte oder war es die Sturheit der Behörde, auf keinen Fall nachgeben zu wollen. Ich weiß es nicht.

Langsam verlor ich den Glauben daran, mit ihr überhaupt noch eine Prüfung laufen zu können. Aber Wunder geschehen: Drei Monate nach Aldos Negativzeugnis lag wieder ein Brief von der Stadt in meinem Briefkasten. Diesesmal wollte der Sachbearbeiter wissen, ob ich mit folgender Lösung leben könnte: Er wäre bereit Pauline vom Leinenzwang für die Zeit der Übungen, Lehrgänge und Prüfungen zu befreien. Dafür müsste er aber von meiner Staffel die Übungszeiten bestätigt bekommen. Na bitte, das ist die kleinste Übung für uns. Ich besorgte mir diese Bestätigung und reichte sie ein, aber mit dem Hinweis, daß man die Prüfungen und Lehrgänge nicht im Voraus auf den Tag genau festlegen kann. Hr. Dr. Tünnesen-Harmes war darüber sehr erfreut, denn genau dafür kämpfte er ja für uns. Dann, nach knapp 18 Monaten, bekamen wir den erlösenden Brief von der Stadt Augsburg. Er bestätigte mir, daß Pauline für die Dauer der Rettungshundearbeit vom Leinenzwang befreit ist.

Ein kleiner Sieg für mich, aber ein großer Sieg für unsere Rottweiler!

Fr. Grube war darüber genauso erfreut wie Hr. Dr. Tünnesen-Harmes. Das ist jetzt sechs Monate her. Mittlerweile hat mein Aldo seine Rettungshundeprüfung erfolgreich abgelegt und Pauline hat sogar schon ihre Vorprüfung bestanden. Im Frühjahr wollen wir zwei dann die Hauptprüfung ablegen. Leider haben wir kein Urteil erhalten, auf das für viele andere Fälle hingewiesen werden könnte. Die Widerspruchsbegründung und die von Herrn Dr. Tünnesen-Harmes erhobene Klage vor dem Verwaltungsgericht Augsburg haben der Stadt Augsburg aber wohl die Lust weiter zu streiten genommen, so daß man dort „freiwillig“ aufgegeben hat. Um auch eine gerichtliche Klärung erreichen zu können sind deswegen wohl noch weitere Verfahren erforderlich. Hoffentlich bekommen wir auch bald eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts zu den sinnlosen Nebenbestimmungen, an denen – wie mir Herr Dr. Tünnesen-Harmes mitgeteilt hat - immer noch viele Gemeinden festhalten.

Daß es aber auch anders als geht, stellte ich bei meinem Umzug nach Mering fest. Dort meldete ich meine Hunde an und innerhalb kürzester Zeit bekam ich meinen Bescheid mit keinerlei Auflagen! Durch ihre Rettungshundearbeit sind beide sogar von der Steuer befreit.

Also liebe Leute, bitte hört nicht auf für unseren geliebten Rottweiler zu kämpfen. Auch wenn mancher Kampf aussichtslos scheint, sollte man ihm nicht aus dem Wege gehen. Unsere Rottweiler sind keine Kampfhunde, aber wir, Herrchen und Frauchen, sollten für sie kämpfen!

Am Schluss möchte ich mich noch ganz herzlich bedanken bei:

Roswitha Messinger, sie machte mir von Anfang an Mut zum Kämpfen!

Fr. Grube und Hr. Dr. Tünnesen-Harmes, die mir immer mit Rat und Tat zur Seite standen.

Der BRH-Rettungshundestaffel Augsburg, die mich und meine Rottis nie im Stich gelassen haben.

Und ganz zum Schluss noch einmal unserem ADRK für seine Unterstützung.

Zu guter letzt gilt mein Dank meiner Familie, denn ohne sie währe all das nicht möglich gewesen!

Auch möchte ich an die Spendeaktion „5 vor 12“ erinnern, denn diese macht es erst möglich, solche kleinen Wunder Wirklichkeit werden zu lassen!                   

 

 

Mit ganz lieben Grüssen Eure

Conny Häcker mit Aldo und Pauline vom Rhöngeist

 

----------------------------------------------------------------------------------------------------

 

Viele Hundehalter fühlen sich zur Zeit zu Unrecht angefeindet
Das Abendblatt hat sich umgehört.


Von Florian Kain

Sie leiden unter der Debatte um den Leinenzwang, gefährliche Kampfhunde und die Beißattacken der vergangenen Tage. Fühlen sich als verantwortungsbewußte Hundefreunde zu Unrecht angegriffen und beschimpft. Müssen es hinnehmen, daß sie beim Sonntagsspaziergang angepöbelt werden. Nur, weil sie ihren Vierbeiner dabeihaben. Daß er angeleint ist? Völlig egal. Daß er aufs Wort gehorcht? Uninteressant.

Ob im Jenischpark, an der Elbe oder im Sachsenwald: Überall in ganz Hamburg, so klagen viele langjährige Hundebesitzer, sei eine feindselige Stimmung spürbar. Weil nicht mehr unterschieden werde zwischen Haltern, die ihre Tiere erziehen, und der Minderheit von Leuten, die Bello und Co. nicht im Griff haben. Der allgemeinen Leinenpflicht sehen viele mit Sorge entgegen: Gerade jene Tiere, die seit Jahren daran gewöhnt seien, sich frei zu bewegen, könnten Qualen leiden, angespannt und aggressiv werden. Das Abendblatt hat Freitag nachmittag bei Hundebesitzern an der Alster Stimmen gesammelt.

Doch trotz aller kritischen Vorbehalte: Die Einführung des generellen Leinenzwangs wird immer wahrscheinlicher. Denn jetzt gab auch der Tierschutzbeirat grünes Licht für den Plan. Das Gremium empfiehlt dem Senat, alle Hunde - egal, wie groß - an die Leine nehmen zu lassen. Vierbeiner, die eine Gehorsamkeits-schulung bestanden haben, dürften aber von der Regel befreit werden. Gefordert werden außerdem 200 Freilaufflächen (zur Zeit sind es 60). Ende April werden die Ergebnisse der Beratungen bekanntgegeben.

erschienen am 16. April 2005 in Hamburg

-------------------------------------------------------------------------------------------------     

«Der Bullterrier ist einer der freundlichsten Hunde»                                   erstellt 13.04.05

Hochschule untersuchte das Wesen von Kampfhunden: Es seien «friedliche Tiere»            

Hannover/dpa. Die Mehrzahl der so genannten Kampfhunde sind einer Untersuchung der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) in Hannover zufolge vom Wesen her friedliche Tiere. Diesen Schluss zieht die TiHo aus insgesamt mehr als 1000 Wesenstests der vergangenen fünf Jahre. 96 bis 98 Prozent der untersuchten American Staffordshire Terrier, Bullterrier, Pitbullterrier, Dobermann oder Rottweiler verhielten sich durchgängig nicht angriffslustig und genauso ausgeglichen wie die Golden Retriever in einem Vergleichstest. «Der Bullterrier ist einer der freundlichsten Hunde», stellte Professor Hansjochim Hackbarth, Leiter des Instituts für Tierschutz und Verhalten an der TiHo, fest.

Aggressives Verhalten bei Hunden könne man nicht an der Rasse festmachen, sagte Hackbarth. «Von den Hunden, die den Test nicht bestanden haben, ist die Mehrzahl nur wegen ein oder zwei Situationen durchgefallen.» Es seien überwiegend Situationen gewesen, in denen die Hunde bedroht wurden. Die durchgefallenen Hunde seien zudem auffällig oft als Schutzhunde eingesetzt worden, oft auch mit entsprechender Prüfung.

Zwar seien sie dann häufig nicht aggressiv gegen Menschen, wohl aber verstärkt gegen Artgenossen. Fehlende Freilaufmöglichkeiten und aggressive Erziehungsmethoden, aber auch schon der Ruck an der Leine verstärkten beim Hund nachweislich die Aggressionen gegen andere Hunde.

Der Wesenstest habe zudem gezeigt, dass Hundehalter mehr Einfluss auf das Verhalten ihres Tieres haben als die Gene. Man könne jeden Hund zum Beißen bringen. «In unserer Gesellschaft sollte ein kompetenter, fachlich gebildeter, verantwortungsvoller Hundebesitzer gefördert werden, denn dieses ist die wirkungsvollste Maßnahme, um Verhaltensproblemen bei Hunden vorzubeugen», sagte Hackbarth.

----------------------------------------------------------------------------------------------------

Hundehalter-Haftpflichtversicherung im Vergleich                      
Die meisten Versicherer haben Kampfhunde ausgeschlossen     

Ahrensburg (ddp). Der Leistungsumfang der Hundehalter-Haftpflichtversicherungen ist sehr unterschiedlich: In manchen Policen sind Mietsachschäden an Immobilien mitversichert, in anderen nicht. Dafür sind bei anderen Versicherern Welpen beitragsfrei mitversichert. Vor allem Kampfhunde bereiten bei der Versicherung die größten Probleme.

Der Branchendienst Versicherungsjournal hat die Leistungen von elf Versicherern unter die Lupe genommen. Viele bieten verschiedene Versicherungssummen alternativ an. Die kleinste Deckung liegt bei einer Million Euro (Deutscher Herold, Gothaer, Volksfürsorge), maximal werden zehn Millionen Euro (Uelzener) versichert.

Seit im Jahre 2000 zwei tragische Unglücksfälle durch Kampfhunde in Hamburg passierten, hat die überwiegende Zahl der Versicherer den Versicherungsschutz für diese Tiere ausgeschlossen. Ohne Einschränkung versicherbar sind Kampfhunde bei der Agila und bei der Uelzener, auf Anfrage beim Deutschen Herold.

Bestimmte Hunderassen sind gegen deutlichen Beitragszuschlag auch beim Volkswohl Bund versicherbar, nicht jedoch die als besonders aggressiv geltenden Arten von Kampfhunden wie etwa Römischer Kampfhund oder Bullterrier. Die meisten Tarife schließen Schäden an geliehenen, gemieteten oder gepachteten Gegenständen aus.

Ausnahmsweise mitversichert sind Mietsachschäden an Immobilien bei der Alten Leipziger (maximal drei Millionen Euro), bei der Axa (300 000 Euro) und bei der Volksfürsorge (bis 300 000 Euro).

Mietsachschäden in Hotels, Wochenend- oder Ferienhäusern sind nur bei der Alten Leipziger mitversichert. Die Prämien beginnen je nach Leistungsumfang bei knapp 50 Euro im Jahr bei der Concept IF und gehen bis über 200 Euro für gefährliche Hunde.

--------------------------------------------------------------------------------------------------

Diskriminierung aller Hundehalter                                  "Ein längst fälliger Anschiss", "Salz auf ihre Pfoten", "Nölen über Tölen" und "Gepfefferte Politik",                          tazvom 13. 4. 05

Seit einiger Zeit gilt es offenbar als schick, sich über den Hundekot auf unseren Straßen des Langen und des Breiten zu mokieren. In Verbindung mit der allfälligen Hetze gegen die sogenannten "Kampfhunde" wird so die Diskriminierungskampagne gegen all diejenigen unter uns, die es noch wagen, einen Hund zu halten, weiter angeheizt! Als niedergelassener Tierarzt und Hundebesitzer befasse ich mich aktiv mit dem Hundekotproblem in Berlin und kann einige Ihrer Behauptungen nicht unwidersprochen stehen lassen:

Zunächst bestreitet niemand, dass die von unverantwortlichen Hundebesitzern auf der Straße zurückgelassenen Produkte ihrer Tiere ein Ärgernis und ein hygienisches Risiko besonders für kleine Kinder darstellen. Aber Berlin ist diesbezüglich durchaus nicht "ohne Aussicht auf Besserung". Wenn Sie etwas weiter gefasst recherchiert hätten, wären Sie sicher auf die beispielhaften Aktivitäten des Quartiersmanagement Moabit Beusselstraße gestoßen, wo seit mehreren Jahren durch die AG "Hunde in der Großstadt" praktikable Methoden zur Eindämmung der Straßenverschmutzung durch Hundekot erfolgreich erprobt werden: Ein Netz von Tütenspendern im Kiez, pädagogische Maßnahmen für Hundehalter (beginnend im Kindergarten und in den Schulen und weitergeführt als Hundehalterkurse für Erwachsene) und restriktive Maßnahmen seitens des Ordnungsamtes (konsequente Verhängung von Bußgeldern durch die Kiezstreifen) zeigen dort gute Erfolge! Auch Ihre Behauptung, die "Ermahnungen unserer Kiezstreifen bewirken so gut wie keinen Lerneffekt", kann so nicht stehen bleiben!

Die "Jungs in Orange" von der BSR haben außerdem durchaus nicht resigniert, sondern sind sehr interessiert an einer Ausweitung dieser Maßnahmen auf das gesamte Stadtgebiet. So ist zum Beispiel im Gespräch, flächendeckend in Berlin Tütenspender aufzustellen, während gleichzeitig die BSR mehr ihrer orange Abfalleimer zur Aufnahme der Tütchen aufstellen und diese dann noch mit Hinweisen auf den nächsten Beutelspender versehen will. Die Berliner Tierärztekammer hat auch alle niedergelassenen Berliner Tierärzte in die Kampagne zur Hundekotvermeidung eingebunden, sie sind aufgefordert, selbst Tütenspender an ihren Praxen aufstellen und ihre Kunden eindringlich zu Reinlichkeit auf der Straße anzuhalten.

Der Plan, Hunde von manchen Grünanlagen ganz auszusperren ("Gepfefferte Politik"), wie es in Friedrichshain stellenweise bereits mit millionenteuren Einzäunungen erprobt wird, stellt nicht nur eine Diskriminierung aller Hundehalter dar, sondern führt auch zu einer nicht mehr artgerechten Hundehaltung, da die als Ausweichplätze angebotenen Flächen viel zu klein sind, um Hunden mittlerer oder großer Rassen ausreichend Bewegungsmöglichkeit zu geben. Denn sonst herrscht ja nach dem neuen Hundegesetz inzwischen fast überall im Stadtgebiet Leinenzwang.

Indem Sie in dem Artikel "Salz auf ihre Pfoten" verschiedene sogenannte "Hausmittel" zur "Hundevergrämung" auflisten, animieren Sie noch weitere dumme Menschen zu solch unverantwortlichem Tun! Pfeffer in der empfindlichen Nase eines Hundes, Salz zwischen den Ballen der Pfoten! Was da propagiert wird, erfüllt den Tatbestand der Tierquälerei! Die offensichtliche Einseitigkeit Ihrer Meinungsäußerungen erschließt sich auch aus Ihrer Internetempfehlung ("Nölen über Tölen"). Für ein objektiveres Bild empfehle ich die Seite www.hunderunde.de und die darauf verzeichneten Links. Ein Besuch könnte sicher nichts schaden! UTZ-PETER SCHISSAU

Die Redaktion behält sich Abdruck und Kürzen von LeserInnenbriefen vor.
Die veröffentlichten Briefe geben nicht unbedingt die Meinung der taz wieder

------------------------------------------------------------------------------------------------------

Tierhalter-Haftpflicht: Auch für Halter von harmlosen Hunden ein Muss                                                         

Pressemitteilung von: FinanceScout24

Tierhalter-Haftpflicht: Auch für Halter von „harmlosen“ Hunden ein Muss

Hamburg, 26. April 2005 – Vermeintlich harmlose Hunderassen verursachen deutschlandweit jedes Jahr beträchtliche Sach- und Personenschäden. Entgegen dem durch die Medienberichterstattung entstandenen Eindruck verursachen aber nicht Kampfhunde das Gros der Schäden, sondern Dackel, Pudel & Co. Generell sei daher eine so genannte Tierhalterhaftpflichtversicherung für jeden Hundehalter ein Muss. Darauf weist das unabhängige Finanzportal
FinanceScout24 (www.financescout24.de) hin.

Da „harmlose“ Hunde statistisch erheblich häufiger vorkommen als Kampfhunde und Sachschäden die Mehrheit der Schadenfälle ausmachen, sind Dackel, Pudel & Co. für den größten Teil der jährlichen Schäden verantwortlich. Reißt sich zum Beispiel ein Schäferhund los, wechselt die Straßenseite und zwingt so einen Motorradfahrer zum Ausweichen, so dass dieser stürzt, haftet der Hundehalter. 10.000 Euro und mehr kann die Schadensumme inklusive Reparaturkosten und Schmerzensgeld in diesem Fall betragen. Aber auch kleinere Schäden können finanziell schmerzen: Gehen beim Anspringen Handy oder Brille zu Bruch, wird das Sofa eines Bekannten zerbissen oder der Lack eines abgestellten Autos zerkratzt, steht der Hundehalter in der Pflicht.

Der Versicherungsbeitrag einer Tierhalter-Haftpflicht erscheint in Anbetracht dieser Risiken eher gering. Die Kosten der Versicherung hängen unter anderem von der vereinbarten Selbstbeteiligung sowie der Deckungssumme ab. Eine Police mit 250 Euro Selbstbeteiligung ist beispielsweise bereits ab 67,44 Euro im Jahr zu haben. Sie kann als separate Police oder als Zusatzversicherung zur bestehenden Privat-Haftpflicht abgeschlossen werden. In einigen Bundesländern wird sogar aufgrund von aktuellen Hunde-Attacken auf Passanten über die Einführung einer Pflichtversicherung diskutiert.

Wer für seinen Hund eine entsprechende Versicherung abschließen möchte, bekommt diese bei vermeintlich „harmlosen“ Rassen ohne Probleme. Bei Kampfhunden dagegen findet sich ein Anbieter nur, wenn Auflagen wie Leinen- und Maulkorbzwang oder die so genannte „Wesensprüfung“ erfüllt werden.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------

"Alle Hundehalter sollten Prüfung ablegen!"                                     
Neues Gesetz: Wer einen "Gefahrhund" besitzen will, muß jetzt viele Auflagen erfüllen.


Von Rainer Burmeister

Kreis Pinneberg - "Nicht nur Besitzer gefährlicher Hunde sollten die Hundeführerscheinprüfung ablegen", empfiehlt Reinhardt Kussin. Dies diene der Sicherheit anderer Menschen ebenso wie der des Hundehalters. Der Rellinger Doggenzüchter begrüßt die Regelungen nach dem neuen Gefahrhundegesetz, das seit dem 1. Mai in Schleswig-Holstein gilt. Demnach müssen die Besitzer von Kampfhunden und anderen als gefährlich eingestuften Hunden bei der Ordnungsbehörde ihres Wohnorts eine Erlaubnis für das Halten der Tiere beantragen.

Und die gibt es nur, wenn der Besitzer den Nachweis erbringt, daß er über die erforderliche Zuverlässigkeit und Sachkunde verfügt, einen gefährlichen Hund sicher halten und führen zu können. Hinzu kommen Auflagen wie Maulkorb- und Leinenzwang und die Kennzeichnung des Hundes mit einem blauen Halsband.

Im Zweifel kann die Ordnungsbehörde vom Halter einen Sachkundenachweis verlangen; nämlich jenen sogenannten Hundeführerschein. Den gibt es unter anderem bei der Tierärztekammer oder dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH), für den auch Reinhardt Kussin tätig ist.

Die Lizenz zum Halten gefährlicher Hunde beschränkt sich allerdings nicht nur auf die im Gesetz ausdrücklich genannten Kampfhunderassen American Staffordshire-Terrier, Staffordshire-Bullterrier, Bullterrier und Pitbull-Terrier. Als gefährlich gelten darüber hinaus alle Hunde, "die eine übersteigerte Kampfbereitschaft, Angriffslust und Schärfe besitzen oder einen Menschen oder ein Tier gebissen haben", heißt es in einer Erläuterung des Innenministeriums.

Das ist Wasser auf die Mühlen von Kussin. "Jeder Dackel oder Pudel kann durch falsche Erziehung oder aggressives Training zum gefährlichen Hund werden", warnt der Ausbilder und Prüfer für den Hundeführerschein-Erwerb. Kussin schätzt, daß zu 80 Prozent die Halter dafür verantwortlich sind, wenn ein Hund gefährlich wird.

In den Lehrgängen für Halter von Hunden aller Rassen, die jeden Sonntag von 14 Uhr an auf dem Doggen-Club-Gelände an der Hamburger Straße in Rellingen veranstaltet werden, lernen die Besitzer mit ihren Tieren verantwortliches Verhalten in besonderen Situationen. Dazu gehört das Gehorsamstraining ebenso wie die Gewöhnung des Hundes an Verkehrslärm und andere Umwelteinflüsse. Hinzu kommt zum Auftakt ein theoretischer Sachkundeunterricht. Nach erfolgreicher Prüfung wird dann der Hundeführerschein ausgestellt. Die Ausbildung kann sich je nach Verhalten von Hund und Halter unterschiedlich lange hinziehen. Die Kosten betragen pauschal 75 Euro. Kussin räumt allerdings ein, daß jahrelang aggressiv geschulte Hunde kaum noch umgedreht und lammfromm werden können.

Rellingens Ordnungsamtschefin Michaela Warnecke ist inzwischen - wie ihre Kollegen in den anderen Kommunen - dabei, das Gefahrhundegesetz in die Praxis umzusetzen. So werden unter den 840 erfaßten Hundehaltern der Gemeinde jetzt jene elf angeschrieben, die - laut Steuerbescheid oder Berichten von Zwischenfällen - Kampfhunde oder anderweitig gefährliche Hunde besitzen.

Wer die Halter-Erlaubnis beim Ordnungsamt beantragen will, muß seinen Hund nicht mitbringen, dafür aber den tierärztlichen Nachweis über einen Mikrochip, mit dem das Tier gekennzeichnet wurde. Der enthält alle "persönlichen" Daten des Hundes. Außerdem ist eine Hunde-Haftpflichtversicherung abzuschließen und ein Führungszeugnis des Hundehalters vorzuweisen.

Aus Sicht von Michaela Warnecke geht es bei dem neuen Gesetz vor allem darum, Kampfhunde oder gefährliche Hunde zu erfassen und deren Besitzer zum vorschriftsgemäßen Umgang zu veranlassen. Denn Zucht und Import von Kampfhunderassen sind nicht mehr zulässig, so daß ein legaler Erwerb solcher Tiere kaum noch möglich ist.

erschienen am 7. Mai 2005 in Pinneberg

------------------------------------------------------------------------------------------------

Wau! Böser Hund! Peng! Winsel! Guter Hund!                                                      
Wesenstest für Kampfhunde


Dies ist eine SPIEGEL-Parodie des ZYN!-Magazins.

Gestern begannen auf dem Gelände der Tierärztlichen Hochschule in Hannover die ersten "Wesenstests" für Kampfhunde. Dabei mussten die als überaus aggressiv eingestuften Tiere beweisen, wie sie auf verschiedene äussere Reize ihrer Umwelt reagieren. Dabei wurden sie von Freiwilligen ohne Vorwarnung hinter den Ohren gekrault und ihnen Bilder von CDU-Politikern gezeigt. Die Ergebnisse der Tests soll über die Frage entscheiden, ob der Hund weiterhin in Freiheit verbringen darf oder mit einer Überdosis Katzenfutter getötet wird. In der Vergangenheit waren viele Kampfhunde von Freigängen nicht zurückgekehrt und hatten Pudeldamen geschwängert.

So ganz unumstritten sind die Inhalte des Wesenstests nicht. So bemängeln Kritiker, das Kampfhunde nicht zusammen mit ihren Besitzern vorgeführt wurden. Ein Sprecher der TiHo wies die Vorwürfe zurück. Hunde seien bereit, ihre Besitzer unter Einsatz all ihrer Mittel zu verteidigen und ahmten ausserdem oftmals ihre aggresiven Charakter nach. Das würde das Ergebniss verfälschen. Ausserdem sei der Test schliesslich keinen Wesenstest für Hundebesitzer.

Viele Hunde waren während der Tests nicht aggresiv, aber von deutlicher Nervosität gezeichnet, so schoben einige bereits nach zwei Stunden mit ihrer Schnauze die Schachfiguren vom Brett oder wollten partout nicht mehr Roller fahren.

Onkelhoste | ZYN! Magazin

---------------------------------------------------------------------------------------------------

[Sartseite] [Famile] [Rettungshunde] [Listenhunde] [Informationen] [Rottweiler] [Tierschutz] [Feedback] [Kontakt] [Gästebuch] [Links]